Trichterbrust

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Trichterbrust: Verformung des vorderen Brustkorbs mit einer trichterförmigen Eindellung des Brustbeins, bedingt durch eine Wachstumsstörung der Knorpelverbindungen zwischen Brustbein und Rippen. Eines von 300 Kindern ist von der angeborenen Störung betroffen, Jungen dreimal häufiger als Mädchen. Körperliche Beeinträchtigungen sind sehr selten, im Vordergrund steht die psychische Belastung. Die Behandlung erfolgt operativ und führt zu guten, dauerhaften Ergebnissen.


Inhaltsverzeichnis

Leitbeschwerden


Wann zum Arzt

Beim Kleinkind, wenn eine Fehlstellung des Brustbeins auffällt Vor der Pubertät, wenn der kosmetische Aspekt zum Problem wird.


Die Erkrankung

So erschreckend es für Eltern sein mag, wenn ihr Baby mit einer Trichterbrust zur Welt kommt: Der Gesundheit schadet die Fehlbildung nicht (links). Mit zunehmendem Alter tritt jedoch der kosmetische Aspekt in den Vordergrund. Wenn Jugendliche ihre Trichterbrust (rechts) als stigmatisierend empfinden, entschließen sie sich oft zu einer operativen Korrektur.

Die ungewöhnliche Form des Brustkorbs entsteht durch ein Fehlwachstum der Rippenknorpel am Übergang zum Brustbein. Die Ursache ist unklar, erbliche Faktoren spielen in 30 % der Fälle eine Rolle. Gelegentlich tritt eine Trichterbrust in Kombination mit einem Marfan-Syndrom auf, einer genetisch bedingten Anomalie des Bindegewebes. Meist fällt die Trichterbrust bereits im Säuglingsalter auf, doch nimmt die Verformung bis zum Abschluss des Wachstums zu. Körperliche Beschwerden finden sich dabei nur selten, auch starke Einengungen des Brustraums haben in der Regel keine Funktionsstörung von Herz oder Lunge zur Folge. Inwieweit das veränderte Aussehen zu psychischen Problemen führt, hängt sowohl von der Stärke der Fehlstellung als auch von der Persönlichkeit des Betroffenen ab.


Das macht der Arzt

Diagnosesicherung. Eine Trichterbrust wird durch eine Blickdiagnose sofort erkannt. Der Arzt dokumentiert und objektiviert sie durch seitliche und frontale Fotografien, Röntgenbilder und Messungen des Brustumfangs an verschiedenen Stellen. Ebenso wichtig ist es für den Arzt, den Leidensdruck des Betroffenen zu erfassen. Von den Ergebnissen dieser Untersuchungen hängt die Entscheidung für oder gegen eine operative Behandlung ab. Ist eine Operation geplant, ergänzt der Arzt die Diagnose durch eine dreidimensionale CT-Darstellung des Brustkorbs und durch Untersuchungen der Herz- und Lungenfunktion.

Konservative Therapie. Eine neue, nicht operative Behandlungsmethode benutzt Saugglocken, um durch leichten Unterdruck das Brustbein langsam zu heben. Bei regelmäßiger Anwendung beträgt die Behandlungsdauer einige Monate bis Jahre. Den Berichten nach profitieren Kinder ebenso wie Erwachsene im mittleren Lebensalter von dieser Methode; Langzeitergebnisse stehen aber noch aus.

Unabhängig von der sonstigen Behandlung empfiehlt es sich, begleitende Fehlhaltungen, z. B. Rundrücken, hängende Schultern oder Hohlkreuz, durch Krankengymnastik zu korrigieren. Der Aufbau einer natürlichen Haltung nimmt der Trichterbrust viel Belastendes und stärkt das Selbstvertrauen des Betroffenen.

Operative Therapie. Beim Verfahren nach Nuss, der Regenschirmmethode, führt der Operateur über kleine Schnitte einen Metallbügel ein und hebt damit das Brustbein an. Nach 2–4 Jahren entfernt er den Bügel über Schnitte an der gleichen Stelle. Obwohl der ideale Operationszeitpunkt vor der Pubertät liegt, lassen sich mit dieser Methode bei Patienten unter 30 Jahren gute kosmetische Ergebnisse erzielen. Stark asymmetrische Fehlstellungen erfordern meist eine offene Operation, am häufigsten nach dem Verfahren von Savitch. Dabei durchtrennt der Operateur Brustbein und Rippenknorpel und vernäht sie anschließend in korrigierter Stellung. Auch dieses Verfahren führt zu guten Resultaten.


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