Tennis- und Golferellenbogen

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Tennisellenbogen (Tennisarm, Epicondylitis humeri radialis): Überlastungsbedingte Reizung des Sehnenansatzes der langen Hand- und Fingerstreckmuskeln an der Außenseite des Ellenbogens.

Golferellenbogen (Werferellenbogen, Epicondylitis humeri ulnaris): Überlastungsbedingte Reizung des Sehnenansatzes der langen Hand- und Fingerbeugemuskeln an der Innenseite des Ellenbogens.

Der Tennisellenbogen ist zehn- bis zwanzigmal häufiger als der Golferellenbogen. Die Therapie besteht in erster Linie aus Schonung und Ruhigstellung sowie Verordnung von entzündungshemmenden Medikamenten. In hartnäckigen Fällen verspricht eine Operation Erfolg. Die Erkrankungen heilen in der Regel vollständig.


Inhaltsverzeichnis

Leitbeschwerden

Tennisellenbogen:

Golferellenbogen:


Wann zum Arzt

Bei Gelegenheit, wenn sich die Beschwerden durch Schonung des betroffenen Arms nicht innerhalb einiger Wochen bessern

Die Erkrankung

Bei Tennis- und Golferellenbogen handelt es sich um Sehnenansatzentzündungen (Insertionstendopathien, Myotendinosen); die Fachausdrücke bezeichnen schmerzhafte Reizzustände im Bereich eines Sehnenansatzes (also am Übergang Muskel-Sehne-Knochen), die infolge von Fehl- oder Überbeanspruchung auftreten. Dabei entstehen kleinste Einrisse in den Sehnenansätzen, die sich bei fortbestehender Reizung zunehmend entzünden. Dies geschieht v. a. bei längerer, ungewohnter Beanspruchung und untrainierter Muskulatur, bei anhaltender, einseitiger Belastung im Beruf (z. B. Schreiben auf einer Tastatur oder Klavierspielen) und beim Sport. Falsche Technik oder ungeeignetes Sportgerät (z. B. ein schlechter Tennisschläger) sind häufige Ursachen von Sehnenansatzentzündungen.

Woher stammt die Bezeichnung Tennis- bzw. Golferellenbogen? Beim Tennis, v. a. beim Rückhandschlag, ist die Streckmuskulatur von Hand und Fingern sehr stark beansprucht, während beim Golf und beim Werfen besonders die Hand- und Fingerbeuger betroffen sind. Die Sehnen dieser Muskeln setzen jeweils an Knochenvorsprüngen an, die sich an der Außen- beziehungsweise Innenseite des Ellenbogens befinden.


Das macht der Arzt

Manche Patienten mit Tennis- oder Golferellenbogen profitieren von Epicondylitisbandagen, die durch gezielten Druck und punktuelle Massage den Schmerz reduzieren.

Der Arzt stellt die Diagnose anhand der typischen Beschwerden. Nur in Zweifelsfällen sind manchmal zusätzliche Untersuchungen nötig, etwa um ein Nervenengpasssyndrom ( Aufbau und Funktion von Ellenbogen und Unterarm ) des Speichennervs oder einen Bandscheibenvorfall ( Bandscheibenschäden ) im Bereich der Halswirbelsäule als Ursache der Schmerzen auszuschließen.


Die wichtigste Therapie besteht darin, den betroffenen Arm konsequent zu schonen und Schmerzen strikt zu meiden. Das bedeutet bei Sportlern: Sportpause.

In schweren Fällen veranlasst der Arzt eine zusätzliche Ruhigstellung, indem er eine Unterarmschiene mit Einschluss von Handgelenk und Fingern anlegt. Als Alternative bietet sich eine vorgefertigte Epicondylitisbandage an; dabei handelt es sich um eine Manschette, die den ellenbogennahen Unterarm umfasst.

Zusätzlich verordnet der Arzt meist entzündungshemmende Medikamente, üblicherweise in Form von Salben ( NSAR ( Pharma-Info: Schmerzmittel (Analgetika) in der Rheumatologie ), z. B.Diclofenac in Voltaren® ). Eine sehr gute Wirkung zeigt auch das Einspritzen von Kortisonpräparaten, bei Bedarf gemischt mit lokalen Betäubungsmitteln (z. B.Lidocain ) direkt in den Bereich des betroffenen Sehnenansatzes. Als weitere Behandlungsmöglichkeiten empfehlen sich physikalische Verfahren wie Iontophorese ( Therapie durch Strom, Ultraschall und Laser ),Ultraschall ( Therapie durch Strom, Ultraschall und Laser ), Quermassage der Handgelenksmuskulatur (Querfriktion) oder Dehnung der betroffenen Muskeln. Gute Therapieerfolge bringt oft auch dieextrakorporale Stoßwellentherapie ( Therapie von Verletzungen und orthopädischen Erkrankungen ).

Falls die Beschwerden trotz dieser Maßnahmen nicht abklingen oder nach kurzer Zeit wiederkehren, ist eine Operation in Betracht zu ziehen, jedoch frühestens nach einem Jahr konsequenter, konservativer Therapie. Bei der am häufigsten durchgeführten Operation nach Wilhelm kerbt der Arzt die betroffenen Sehnen nahe ihrem Ansatz ein und unterbricht oder verödet die schmerzleitenden Nervenfasern rund um den Sehnenansatz. Eine Variante stellt die minimal-invasive Tenomyotomie dar.

Die Erkrankung heilt fast immer folgenlos. Bis zum vollständigen Abklingen der Beschwerden vergehen aber manchmal mehrere Monate.


Selbsthilfe

Testen Sie aus, ob Ihrem schmerzenden Ellenbogen eher Kälte oder Wärme guttut. Oft zeigt bei akuten Schmerzen Kälte eine bessere Wirkung, bei chronischen Beschwerden dagegen Wärme. Siehe auchWärmeanwendungen ( Behandlungsstrategien in der Rheumatologie ).


Komplementärmedizin

Pflanzenheilkunde. Bei starken Schmerzzuständen von Sehnen-, Bändern- und Muskelansätzen soll die Einnahme von Johanniskraut (z. B.Helarium® 425 ) helfen, das normalerweise bei vorübergehenden depressiven Verstimmungen verordnet wird. Weitere häufig eingesetzte Phytopharmaka sind Präparate mit Arnika (z. B.arnica-loges® Gel oder Hyzum N® Tinktur ) oder Kombinationspräparate aus ätherischen Ölen wie Bergamotte- , Lavendel- , Orangen- und Zitronenöl zum Einreiben (z. B. enthalten in Pin-Alcol® Lösung ); ihre Wirkung ist jedoch schwächer als die der synthetischen Schmerzmittel.

Akupunktur. Der Tennisellenbogen gehört zu den Indikationen, für die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Behandlung mitAkupunktur ( Traditionelle Chinesische Medizin und Akupunktur ) empfiehlt.

Homöopathie. DieHomöopathie empfiehlt u. a.Acidum fluoricum oder Bryonia zur Linderung der Beschwerden.

Enzymtherapie (). Siehe Pharma-InfoEnzympräparate bei Sportverletzungen ( Pharma-Info: Medikamentebei Sportverletzungen )

Vorsorge

Wer zu Tennis- oder Golferellenbogen neigt tut gut daran, sich eine Epicondylitisbandage ( Tennis- und Golferellenbogen ) zuzulegen. Prophylaktisch in Arbeit und Sport bei riskanten Bewegungsabläufen getragen, schützt sie in begrenztem Umfang oft vor einem erneuten Auftreten der Erkrankung. Bei Risikosportarten wie Tennis, Squash, Golf oder Wurfsport sind neben einer korrekten Technik insbesondere ein langsamer Trainingsaufbau und eine ausreichende Aufwärmphase vorbeugend wirksam. Tennisspieler profitieren manchmal davon, ihren gewohnten Schläger gegen einen flexibleren und weniger kopflastigen auszutauschen.


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