Reaktive Arthritis

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Reaktive Arthritis: Akute Entzündung eines oder mehrerer Gelenke infolge einer bakteriellen Infektion von Harnwegen, Darm oder Atemwegen. Betroffen sind meist einzelne große Gelenke der unteren Extremität auf nur einer Körperseite.

Eine Reaktive Arthritis heilt normalerweise innerhalb eines Jahres aus und verursacht keine dauerhaften Gelenkschäden, am häufigsten betroffen sind junge Männer.


Leitbeschwerden


Die Erkrankung

Typisch für die Entzündung der kleinen Gelenke bei der Psoriasis-Arthritis oder Reaktiven Arthritis ist der Strahlbefall einzelner Finger oder Zehen, was der Mediziner „Wurstzehe“ nennt.

Es wird eine überschießende Immunreaktion nach bestimmten Bakterieninfekten angenommen. Die Neigung zu dieser überschießenden Reaktion ist genetisch bedingt. Etwa die Hälfte aller Patienten mit einer Reaktiven Arthritis trägt das HLA-B27-Antigen. Trotzdem erkranken diese Patienten nur selten an Spondylarthritiden.

Normalerweise entwickelt der Organismus nach einer Bakterieninfektion eine natürliche Immunität. Anscheinend bleibt jedoch bei vielen HLA-B-27-Trägern ein Reservoir im Körper bestehen, aus dem schubweise Erreger über das Blut in die Gelenke gelangen und diese reaktive Arthritiden erneut auslösen.

Im Allgemeinen sind mehrere Gelenke betroffen, häufig Knie-, Sprung-, Zehen- oder Handgelenk. Manchmal wandert die Entzündung auch von einem Gelenk zum anderen.

Eine seltene Sonderform der Reaktiven Arthritis ist der Morbus Reiter (Reitersche Krankheit, Reiter-Krankheit) mit den drei typischen Symptomen Harnröhrenentzündung, Gelenkentzündung undBindehautentzündung ( Bindehautentzündung ). Bei Patienten mit Morbus Reiter kommt es in ~ 25 % zu chronischen Gelenkentzündungen, Sehnenproblemen oder Rückfällen.


Das macht der Arzt

Vorausgegangene Infektionen geben erste Hinweise auf eine Reaktive Arthritis. Zum Nachweis des Erregers wird z. B. ein Harnröhrenabstrich vorgenommen, eine Stuhlkultur angelegt oder der Arzt findet entsprechende Antikörper. Die Blutuntersuchung ergibt Hinweise auf eine akute Entzündung (BSG und CRP erhöht,Leukozytose ( Blutkörperchen, weiße )). Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oderCT ( Bildgebende Untersuchungsverfahren ) können im chronischen Stadium dazu beitragen, Veränderungen im Gelenk zu beurteilen.

Im akuten Stadium besteht die Behandlung aus physikalischen Maßnahmen wie Kältetherapie (Kaltluft, Kühlpacks), Ultraschall oder kurzzeitiger Ruhigstellung. Für die medikamentöse Therapie kommen in erster Linie nichtsteroidale Antirheumatika( Pharma-Info: Schmerzmittel (Analgetika) in der Rheumatologie ) wie Ibuprofen in Frage. Kommt es zu keiner Besserung, kann eine Kortisontherapie nötig werden. Nach Ausschluss einer bakteriellen Gelenkinfektion kann Kortison auch direkt in das entzündete Gelenk gespritzt werden.

Bei chronischem Verlauf der Arthritis ist eine Therapie mit Basistherapeutika wie Sulfasalazin oder Infliximab erforderlich. Interessanterweise haben Antibiotika keinen Effekt auf den Verlauf. BeiChlamydien ( Genitale Chlamydieninfektion ) muss auch der Partner prophylaktisch behandelt werden, um eine erneute Infektion durch Sexualkontakte zu vermeiden. Liegt eine Augenbeteiligung, insbesondere eine Regenbogenhautentzündung vor, wird der Augenarzt hinzugezogen.

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