Morbus Scheuermann

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Morbus Scheuermann (Adoleszentenkyphose): Verformung der Wirbelkörper, die durch einseitige Abflachung keilförmig werden und zur Buckelbildung führen; am häufigsten an der Brustwirbelsäule. Häufige Erkrankung, besonders bei männlichen Jugendlichen. In den meisten Fällen genügen Krankengymnastik und Haltungstraining als Therapie, nur sehr selten sind Korsettbehandlungen oder gar korrigierende Operationen notwendig. Die Erkrankung verläuft meist gutartig und ohne bleibende Einschränkungen.


Inhaltsverzeichnis

Leitbeschwerden

Wann zum Arzt

In den nächsten Wochen bei schlechter Haltung oder Buckelbildung bei Jugendlichen

Die Erkrankung

Die Ursache des Morbus Scheuermann ist nicht geklärt. Während des Wachstums entstehen Schwachstellen an den knorpeligen Deckplatten, die den Wirbelkörper an der Ober- und Unterseite begrenzen. Wenn durch die Schwachstellen Bandscheibenmaterial eindringt, verliert der Wirbelkörper an Knochenfestigkeit und verformt sich unter dem Körpergewicht allmählich zu einem Keil. Sind viele Brustwirbel von dieser Veränderung betroffen, summieren sich die Verformungen zum Rundrücken. Im Unterschied zum Buckel bei bloßer Haltungsschwäche, der sich aktiv ausgleichen lässt, ist der Rundrücken beim Morbus Scheuermann fixiert. Tritt die Erkrankung in seltenen Fällen an der Lendenwirbelsäule auf, führt sie dort zu einer Abflachung der normalen, nach vorne gerichteten Krümmung.

Die Krankheit kommt mit Abschluss des Wachstums zum Stillstand. Mit Ausnahme der wenigen schweren Fälle ist die Fehlstellung gering und äußerlich kaum sichtbar. Je stärker die Statik der Wirbelsäule gestört ist, desto größer ist die Anfälligkeit für einen vorzeitigen Verschleiß, für muskuläre Verspannungen und Rückenschmerzen. Diese Beschwerden treten meistens in den unteren Wirbelsäulenabschnitten auf, da diese die Buckelbildung der Brustwirbelsäule auszugleichen versuchen ( Hohlrundrücken ( Fehlhaltung, Haltungsschwäche und Fehlstellung )).


Das macht der Arzt

Bei den meisten Jugendlichen, die wegen schlechter Haltung in der Sprechstunde erscheinen, wird der Arzt nach der körperlichen Untersuchung eine alterstypische, harmlose Haltungsschwäche diagnostizieren. Den Verdacht auf einen Morbus Scheuermann wird er v. a. dann äußern, wenn er einen fixierten, also nicht ausgleichbaren Rundrücken findet. In diesem Fall zeigt das Röntgenbild der Wirbelsäule in den betroffenen Wirbelkörpern typische Löcher (Schmorlsche Knötchen), die dem eingedrungenen Bandscheibenmaterial entsprechen.

Eine ursächliche Behandlung ist nicht möglich. Früher wurden Betroffene in Korsette eingeschnürt, zur Schonung angehalten, in ihrer Berufswahl eingeschränkt, also krank gemacht. Heute hat sich die Haltung der Ärzte geändert; sie empfehlen den betroffenen Jugendlichen, ihr Leben mit möglichst wenigen Einschränkungen zu leben und körperlich aktiv zu sein. Krankengymnastische Behandlungen erübrigen sich, wenn regelmäßig geeigneter Sport betrieben wird. Erwachsene mit abgelaufenem („ausgebranntem“) Morbus Scheuermann und Rückenschmerzen profitieren oft von einer Krankengymnastik an Geräten( Bewegungstherapie ( Physikalische Verfahren )). Bei extremer Buckelbildung ist – ähnlich wie bei der Skoliose ( Skoliose ) – eine Korsettbehandlung oder eine Versteifungsoperation ( Rücken-, Nacken- und Kreuzschmerzen ) möglich, aber nur in Ausnahmefällen notwendig und empfehlenswert.


Selbsthilfe

Wer bei Morbus Scheuermann seine Oberkörpermuskulatur durch regelmäßigen Sport trainiert, beugt Rückenschmerzen vor. Am besten geeignet sind Sportarten mit fließenden, symmetrischen Bewegungen des Oberkörpers, z. B. Schwimmen. Weniger empfehlenswert sind sportliche Aktivitäten, die zu wiederholter Stauchung der Wirbelsäule führen, wie Fußball oder Laufen. Sportarten wie Squash, Tennis oder Mannschaftsballdisziplinen sind in Maßen sinnvoll, doch raten die meisten Ärzte von intensivem Training ab, da die abrupten Richtungswechsel zu starken Beschleunigungs- und Bremskräften auf die geschädigte Wirbelsäule führen. Neben Sport empfiehlt sich als Selbsthilfemaßnahme das Erlernen eines rückenfreundlichen Verhaltens, z. B. im Rahmen einer Rückenschule ( Rücken-, Nacken- und Kreuzschmerzen ).


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