Infektionen und Entzündungen in Mund und Rachen

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Ohne spülenden Speichel ist die Mundhöhle ein idealer Nährboden für Bakterien und andere Mikroorganismen. Wenn hinzukommt, dass die Patienten selbst nicht (mehr) in der Lage sind, Zähne, Zahnfleisch und Schleimhäute regelmäßig zu reinigen und zu spülen, kommt es sehr schnell zu Pilzinfektionen oder Entzündungen in Mund und Rachen. Besonders gefährdet sind Menschen, die keine Nahrung zu sich nehmen dürfen oder können und in ihrer Immunabwehr geschwächt sind. Aber auch Menschen mit Vollprothesen werden häufig von Mundentzündungen geplagt.


Inhaltsverzeichnis

Häufige Leitbeschwerden

Die Erkrankungen

Häufig treten Pilzinfektionen der Mundhöhle ( Mundsoor ) oder Entzündungen der Mundschleimhaut ( Stomatitis ( Mundfäule )) auf.

Dringen die Erreger bis zur Ohrspeicheldrüse vor, entzündet sich auch diese (Parotitis). Fieber und durch das Anschwellen bedingte Schluckbeschwerden sind ein deutliches Zeichen. Nicht selten sind pflegebedürftige Menschen auch von kleinen Einrissen an den Mundwinkeln betroffen, die am Übergang von Haut zu Schleimhaut auftreten. Diesesind schmerzhaft und können das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen.


Selbsthilfe

Regelmäßiges – vorsichtiges – Zähneputzen und Mundspülen feuchten die Mundhöhle an und reinigen sie. Drogerien und Apotheken bieten zum Mundspülen eine Fülle von – häufig allerdings alkoholhaltigen – Lösungen an (z. B.Colgate Plax® Mundspülung, Chlorhexamed® Mundspülung). Eine preiswerte Alternative sind abgekühlte Tees, die gleichzeitig die Speichelproduktion anregen, wenn sie säuerlich sind, wie z. B. Früchtetee oder Wasser mit einigen Spritzern Zitrone. Bei Entzündungen im Mund ist Myrrhentinktur, Kamillen- oder Salbeitee zu empfehlen ( Näheres ( Infektionen und Entzündungen in Mund und Rachen )).


Mundspülungen sind nur möglich, wenn der Patient bei Bewusstsein ist und sicher ist, dass er sich dabei nicht verschluckt. Der Betroffene muss verstehen, was getan und von ihm erwartet wird.

Kann der Patient den Mund nicht selbst spülen, weil er z. B. Schluckbeschwerden hat oder sein Bewusstsein gestört ist, sorgt regelmäßiges Auswischen der Mundhöhle für ein feuchtes und sauberes Klima im Mund. Dabei wird der Patient aufgesetzt. Nach Inspektion der Mundhöhle (gegebenenfalls mit einer Taschenlampe) wischt man die Mundhöhle mit einer Mundspüllösung aus. Dabei werden die Beläge vorsichtig abgelöst und entfernt. Sehr hilfreich sind dabei spezielle feststellbare Pinzetten (z. B.Pean-Klemmen ). In der Pinzette wird der Kugeltupfer befestigt. Anschließend wird der Tupfer in die Mundspüllösung getaucht. Die Mundhöhle wird mit dem feuchten, aber nicht tropfenden Tupfer vorsichtig ausgewischt, und so wird auch die Zunge gereinigt.

Borkige und angetrocknete Beläge auf Zunge und Schleimhaut lassen sich leichter entfernen, nachdem sie zehn Minuten vorher vorsichtig aufgeweicht wurden. In hartnäckigen Fällen hilft auch ein wenig Sahne oder Butter, die mit dem Finger aufgebracht werden. Auch wenn Schleimhäute, Zunge oder Lippen entzündet, gerötet oder rissig sind, ist mit fettenden Substanzen Linderung möglich.


Mundpflege bei Prothesenträgern=

Zahnärzte raten, die Prothese nach gründlicher abendlicher Reinigung auch während der Nacht zu tragen, um Veränderungen des Kiefers und des Zahnfleischs zu vermeiden. Beim Reinigen wird die Prothese möglichst unter fließendem Wasser mit der Zahnbürste geputzt und eventuell in Prothesenreinigungsmittel gelegt. Vor dem Einsetzen in den Mund wird dieProthese ( Hintergrundwissen ungewollte Kinderlosigkeit ) mit klarem Wasser gründlich abgespült.

Mundpflegemittel: Erfordern Probleme in der Mundhöhle eine spezielle Mundpflege, bieten Schulmedizin, aber auch Erfahrungs- und Naturheilkunde eine Fülle von pflegenden Wirkstoffen. In hartnäckigen und sehr schmerzhaften Fällen sollte aber nicht lange experimentiert, sondern der Hausarzt oder der Pflegeexperte konsultiert werden.

Mittel Wirkung Anwendung bei Hinweise
Kamillentee Entzündungshemmend Wunden Stellen () Schmeckt bitter, wenn man ihn zu lange ziehen lässt; auch als alkoholhaltige Tinktur zum Pinseln erhältlich
Salbeitee Desinfizierend Kleineren Entzündungen im Mund und Rachenbereich, auch vorbeugend; Gurgeln zur Salbei ist gerbend, über den Geschmack lässt sich streiten, ggf. süßen; auch als Lutschbonbon erhältlich
Myrrhentinktur (1–5 ml Tinktur auf 1 Glas Wasser) Desinfizierend Kleineren Entzündungen in Mund und Rachen. Vorsicht: nur lokal mit Tupfer auftragen Angenehmer Geschmack, brennt bei Entzündungen, alkoholhaltig
Fett (Butter, Sahne, Speiseöl) Aufweichend, fettend Borkigen Belägen, rissigen Lippen Anwendung nur dann, wenn der Betroffene es wünscht, ansonsten ist Bepanthen® die Alternative
Bepanthen® -Salbe (enthält als pflegenden Wirkstoff Dexpanthenol) Aufweichend, fettend Borkigen Belägen, rissigen Lippen (ungeeignet für den Mundinnenraum) Geschmacksneutral
Zahnfleisch-Balsam (z.B.Weleda Salbei-Zahnfleischbalsam® ) Schmerzlindernd, leicht desinfizierend und entzündungshemmend Entzündungen des Zahnfleischs Pflanzliches Produkt mit angenehmen Geschmack
Feuchtet die Mundhöhle (wieder) an Mundtrockenheit In verschiedenen Geschmacksrichtungen bzw. neutral; als Spray, unverdünnt
Hexoral®-Lösung (enthält als pflegenden Wirkstoff Chorhexidin) Desinfizierend Entzündungen in der Mundhöhle Alkoholhaltig; unverdünnt zum Spülen

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