Herausnehmbarer Zahnersatz

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Klammerprothese. Eine relativ einfache Form des Zahnersatzes ist eine Klammerprothese. Sie wird mit Metallklammern an den vorhandenen Zähnen fixiert, die fehlenden Zähne werden durch Kunststoffzähne ersetzt. Als Trägerplatte dient eine gegossene Metall- oder Kunststoffbasis, die dem Kiefer bzw. Gaumen angepasst wird. Klammerprothesen sind kostengünstig, leicht anzufertigen und bei Bedarf leicht um weitere Zähne zu erweitern.

Eine Klammerprothese eignet sich in allen Fällen, in denen eine Teilprothese benötigt wird. Das Einsetzen und Herausnehmen belastet die noch verbleibenden Zähne, da sich die Klammern immer ein wenig aufbiegen müssen, um den nötigen Halt zu garantieren.

Klammerprothesen werden mithilfe von Abdrücken hergestellt und anschließend anprobiert, kleinere Scheuer- oder Druckstellen bearbeitet der Zahnarzt nach, bis sie passt. Sie kann als Kunststoffprothese oder Modellgussprothese hergestellt werden, wobei die Kunststoffausführung günstiger, aber auch klobiger ist.


Eine Klammerprothese für sechs Zähne kostet in der Kunststoffausführung 300–400 Euro, der Kassenzuschuss beträgt 278 Euro.

Geschiebeprothese. Eine Geschiebeprothese wird mit einer speziellen Haltevorrichtung (Geschiebe) verankert und kann leicht wieder gelöst werden. Das Geschiebe besteht aus speziell gearbeiteten Kronen und einem passenden Gegenstück an der Prothese. Sie eignet sich bei zusammenhängenden Zahnlücken mit stabilen Pfeilerzähnen. Ein klassisches Einsatzgebiet für Geschiebeprothesen sind größere Freiendsituationen, z. B. wenn bereits alle Zähne hinter dem Eckzahn fehlen. Geschiebeprothesen fallen optisch nicht auf und sind – solange man noch über die nötige Geschicklichkeit verfügt – auch praktisch. Manche ältere Menschen kommen damit aber nicht mehr so gut zurecht, da sie schwierig einzusetzen sind. Ein Nachteil ist auch, dass auf jeder Seite 2–3 Zähne überkront werden müssen, da sonst die Hebelbelastung durch das Geschiebe zu groß ist. Dafür sitzen Geschiebeprothesen während des Gebrauchs fest und schonen die verbleibenden Zähne. Wenn das Geschiebe nach einigen Jahren an Halt verliert, kann es der Zahnarzt nachstellen (aktivieren).


Geschiebe sind seit Anfang 2005 keine Kassenleistung mehr, seitdem zahlen die Kassen nur noch denselben Zuschuss wie für die Regelversorgung. Bei einer Geschiebeprothese für beidseits jeweils drei Zähne im Seitenzahnbereich gibt die Kasse abhängig von der Situation 278–500 Euro als Festzuschuss (ohne Bonus), die Geschiebeprothese würde jedoch insgesamt 1 800–2 000 Euro kosten.

Teleskopprothese. Nicht geschoben, sondern aufgesetzt werden Teleskopprothesen. Die eigentlichen Teleskopkronen sind aufeinander abgestimmte Kronenpärchen, von denen eine auf den Zahnstumpf aufgeklebt bzw. auf einem Implantat befestigt und die andere in den Zahnersatz integriert wird. Man kann sich die Konstruktion wie zwei übereinander gestülpte Becher vorstellen. Teleskopkronen sind sowohl in Metall als auch in Keramik erhältlich.

Bei Teleskopprothesen werden die Zähne optimal belastet, und sie ermöglichen auch bei sehr wenig Restzähnen noch eine gute Kaufunktion. Sie eignen sich daher in allen Fällen, in denen eine Teilprothese benötigt wird. Gegen Teleskopprothesen spricht, dass Kronen benötigt werden und dass die Kosten relativ hoch sind.


Eine Teleskopprothese ist nur dann eine Kassenleistung, wenn die Eckzähne als Teleskope versorgt werden und die beiden vorderen Backenzähne fehlen. In diesem Fall beträgt der Festzuschuss 741 Euro (ohne Bonus), sonst gewährt die Kasse nur den Zuschuss für normale Kronen, wo diese notwendig sind. Eine Teleskopprothese zum Ersatz von sechs Zähnen kostet insgesamt 1 700–2 000 Euro. Jedes weitere Teleskop anstelle einer notwendigen Krone kostet den Patienten zusätzlich 350–400 Euro, ein Teleskop an einer Stelle, an der keine Krone nötig wäre, sogar 700–800 Euro.
Aus einer Palette mit Zahnfarben sucht der Patient die passende Farbe aus. Die meisten Menschen haben die Farbe A3. Im Zahnlabor trägt eine Zahntechnikerin Schattierungen und kleine Verschmutzungen auf, damit der Zahn später im Gebiss nicht auffällt.

Gebiss. Wenn keine Zähne mehr vorhanden sind, kommt eine klassische Vollprothese (Gebiss, Totalprothese) zum Einsatz. Da keine Pfeilerzähne mehr vorhanden sind, muss sich die Prothese an der Mundschleimhaut festsaugen und durch den Unterdruck festhalten. Dazu muss sie von der Form her genau auf den Gaumen bzw. den Unterkiefer passen – im Unterkiefer hält sie schwerer, da aufgrund der Zunge keine durchgehende Platte verwendet werden kann. Sie enthält meistens Kunststoffzähne, die auf einer Kunststoff- oder Metallbasis sitzen.

Zu Beginn der Behandlung nimmt der Zahnarzt einen Abdruck vom Kiefer. Eine herausnehmbare Totalprothese ermöglicht mit etwas Übung normales Sprechen und Kauen und erhält Gesichtsform und Mimik. Es kann jedoch zu Druckstellen kommen, wenn das Gebiss nicht richtig passt. Mit zunehmendem Alter verliert der Kiefer jedoch weiter an Höhe und an Knochensubstanz, sodass auch eine gut angepasste Prothese nach einiger Zeit nicht mehr richtig sitzt undunterfüttert ( Pflege, Reparatur und Probleme mit Zahnersatz ) werden muss . In der Regel muss eine Vollprothese nach ein bis eineinhalb Jahren das erste Mal unterfüttert werden, danach ist jedes Jahr eine Kontrolle und bei Bedarf auch eine Unterfütterung nötig. Der Knochenabbau schreitet langsamer voran, wenn die Prothese bis auf die Reinigungszeit durchgehend getragen wird – der Unterdruck übt einen leichten Zug auf den Kiefer aus und regt so den Knochenerhalt an.


Eine Vollprothese für den Oberkiefer kostet auf Kunststoffbasis etwa 420–500 Euro. Die Kasse gewährt einen Zuschuss von 374 Euro (ohne Bonus).
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