Please update your Flash-Player!

Häufigkeit: Sehr verbreitet In jedem Mehrfamilienhaus findet sich statistisch gesehen früher oder später ein Fall; und auch in jedem Betrieb, selbst wenn er nur klein ist. Der zuständige Arzt sieht fast jeden Tag einen Betroffenen. Dem entspricht bei angeborenen und chronischen Erkrankungen eine Ausbreitung auf >10% der Bevölkerung; und bei akuten Erkrankungen und (bösartigen) Tumoren, dass >25% der typischerweise betroffenen Altersgruppe mindestens einmal im Leben die Krankheit bekommt. Befällt eine Krankheit überwiegend nur ein Geschlecht oder eine bestimmte Personengruppe wie z. B. Schwangere, bezieht sich diese Häufigkeit darauf.

Beispiele:
Fehlgeburten – 30% aller Schwangerschaften enden so. Oder Prostatakrebs – 25% der Männer erkranken daran, oder Windpocken – über 80% der Kinder bekommen sie.

Aktinische Keratose

Aktinische Keratose (aktinische Präkanzerose, Keratosis actinica, Sonnenschwiele, Sonnenwarze, Lichtwarze): Durch chronische Lichtschädigung verursachte Veränderung der verhornten Oberhautzellen. Sie gilt als mögliche Krebsvorstufe, bei der die Entwicklung eines Spinalioms droht. Wenn eine aktinische Keratose die Form eines Hornkegels annimmt, spricht der Arzt auch von einem Cornu cutaneum (Hauthorn). Die Zahl der aktinischen Keratosen (und damit auch die Zahl der Spinaliome) nimmt in Ländern wie Deutschland unter den hellen Hauttypen stark zu. Risikofaktoren sind v. a. starke Sonnen- bzw. UV-Strahlenbelastung sowie ein höheres Alter: Bei den über 60-Jährigen sollen in mehr als 40 % aktinische Keratosen nachweisbar sein, ab dem 75. Lebensjahr sogar in über 50 %.

Leitbeschwerden

  • Rote linsen- bis münzgroße Herde mit größeren Schuppen; zeitweise scheinbar verschwunden, um später wiederzukehren
  • Alternativ spitze festhaftende Hornkegel
  • V. a. im Gesicht und auf wenig behaarter Kopfhaut.

Wann zum Hautarzt

In den nächsten Wochen, wenn die oben beschriebenen Hautveränderungen länger als einige Wochen bestehen bleiben oder sogar größer werden.

Die Erkrankung

Aktinische Keratoseherde auf der Kopfhaut eines 80-jährigen Mannes. Etwa 10–20 % der aktinischen Keratosen gehen in ein Spinaliom über. Dieses Bild zeigt einen typischen Ort für die Erkrankung: die haarlose Kopfhaut. Dieser Patient hat sich vermutlich viele Jahre bis Jahrzehnte ohne ausreichenden Schutz wie Kopfbedeckung oder Sunblocker der Sonneneinstrahlung ausgesetzt.
[KAD 2833]

Als Folge von jahre- bzw. jahrzehntelanger UV-Belastung befinden sich aktinische Keratosen v. a. an sonnenexponierten Stellen wie Gesicht, Kopfhaut, Handrücken und Rumpf. Sie werden zu den fakultativen Präkanzerosen gezählt, d. h., die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus ihnen innerhalb von 5 Jahren ein Spinaliom entwickelt, liegt unter 30 %. Mindestens 20 % der Spinaliome lassen sich sicher auf eine aktinische Präkanzerose zurückführen.

Neuerdings sehen Wissenschaftler die aktinische Keratose als Frühform eines Krebses (Carcinoma in situ) an. Nach und nach verändern sich immer mehr Stachelzellen und bilden atypische Formen. Erst wenn diese die Grenzschichten zwischen Ober- und Lederhaut durchbrechen, sind die Kriterien eines Spinalioms erfüllt.

Das macht der Arzt

Nach der Inspektion mit Lupe oder Dermatoskop (tragbarem Handmikroskop) entnimmt der Arzt von verdächtigen Herden mit einer Kürette eine Probe. In einigen Fällen, z. B. wenn der Herd sehr klein ist, kann auch eine Probeentnahme (Stanzbiopsie) vorgenommen werden. Das Gewebe wird anschließend feingeweblich untersucht.

Früher war eine chirurgische Entfernung die Behandlung der Wahl. Heute gibt es jedoch alternative Behandlungsmethoden, die eine Operation und die damit verbundene Gefahr einer Narbenbildung entbehrlich machen können.

Je nach Ausdehnung und Lokalisation der Veränderungen bieten sich z. B. eine Vereisung mit Stickstoff, eine Lasertherapie, eine Röntgenbestrahlung oder eine fotodynamische Therapie an. Wirksam sind auch Cremes mit dem Zytostatikum Fluorouracil, der immunstimulierenden Substanz Imiquimod , dem entzündungshemmenden Wirkstoff Diclofenac (Solaraze® Gel) oder Vitamin-A-Abkömmlingen (Retinoide). Ausgedehnte Keratosen im Gesichtsbereich werden durch chemisches Peeling (Abschälen) mit ätzenden Substanzen behandelt. Für alle Keratosen eignet sich außerdem das Verfahren der Kürettage (Abschabung); der Arzt verwendet hierzu feine, ringförmige Schneiden oder den „schwarzen Löffel“.

Vorsorge

Die Sonnen- bzw. UV-Belastung, v. a. im Gesicht, ist erwiesenermaßen der größte Risikofaktor. Eine ebenso einfache wie effektive Vorsorgemaßnahme ist das Tragen einer Kopfbedeckung in Verbindung mit dem Einsatz von Sonnenschutzcremes.

Dr. med. Berthold Gehrke, Dr. med. Arne Schäffler, erstellt am Mar 4, 2008, letzte Änderung am Mar 7, 2008
© Gesundheit heute, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH


Zurück »Spinaliom
Weiter »Andere Tumoren der Haut

Kommentare

Es existieren noch keine Kommentare

Ihre Kritik oder Verbesserungsvorschläge zu diesem Artikel sind uns sehr wichtig!

Sagen Sie uns Ihre Meinung und schreiben Sie einen wertvollen Kommentar zu diesem Thema.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben!