In der Nachbarschaft, in jeder mittelgroßen Firma, bei Älteren in jedem Altenheim und bei Kindern in der Kindergartengruppe oder Schulklasse findet sich immer wieder ein Fall. Der zuständige Arzt sieht sehr häufig einen Erkrankten.
Dem entspricht bei chronischen Erkrankungen eine Betroffenheit von >2% und bei akuten Erkrankungen eine Erkrankungshäufigkeit von >5% mindestens einmal im Leben.Beispiele:
Rheumatoide Arthritis – 3% der Erwachsenen erkranken daran oder die akute Blinddarmentzündung – 5% haben sie irgendwann einmal im Leben.
Schlüsselbeinbruch
Schlüsselbeinbruch (Claviculafraktur): Bruch des Schlüsselbeins, das Rumpf- und Armskelett verbindet. Es handelt sich um den zweithäufigsten Knochenbruch nach dem Speichenbruch. Meist entsteht die Verletzung durch direkte Gewalteinwirkung oder durch Sturz auf den ausgestreckten Arm, typischerweise bei Verkehrs- und Sportunfällen. Unter konservativer Behandlung mit einem Rucksackverband für 10–30 Tage heilt der Bruch in der Regel folgenlos. Nur selten ist eine Operation erforderlich.
Leitbeschwerden
- Schmerzhafte Schwellung, Druck- und Bewegungsschmerz am Schlüsselbein
- Oft sichtbare und tastbare Stufe am Schlüsselbein
- Schmerzhafte Bewegungseinschränkung der Schulter und des Arms
- Manchmal sichtbares Absinken der verletzten Schulter.
Wann zum Arzt
Sofort, wenn der Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch besteht
Die Erkrankung
Das Schlüsselbein bricht in 80 % der Fälle im mittleren Drittel, wo es (am Übergang zum äußeren Drittel) am dünnsten ist. Manchmal entsteht nur ein Knick, meistens aber eine mehr oder weniger starke Verschiebung der Fragmente. Das Gewicht des Arms und die Brustmuskulatur ziehen die Schulter samt dem äußeren Bruchstück nach unten und vorne, während das innere Bruchstück durch den Zug der Halsmuskulatur nach oben und hinten abweicht. In seltenen Fällen verletzen die scharfkantigen Bruchenden die Haut, die dicht unter dem Schlüsselbein verlaufende Schlüsselbeinvene (Vena subclavia), die Schlüsselbeinarterie (Arteria subclavia), die Lunge oder die Nerven, die von der Halswirbelsäule zum Arm ziehen.
Das macht der Arzt
Der Arzt stellt die Diagnose meist schon anhand der Symptome. Röntgenaufnahmen des Schlüsselbeins erhärten den Verdacht.
In den meisten Fällen lässt sich der Schlüsselbeinbruch konservativ behandeln, also ohne Operation. Das gilt insbesondere für Kinder. Um den Bruch einzurichten und ruhig zu stellen, ist es üblich, für 3–4 Wochen (bei Kindern für zehn Tage) einen Rucksackverband anzulegen, der die Schulter(n) nach hinten zieht.
Mehrfaches, anfangs tägliches Nachspannen des Verbands ist erforderlich, um eine Verkürzung des Schlüsselbeins und eine Achsenfehlstellung zu verhindern. Andernfalls droht eine Fehlstellung des Schulterblatts, das sich wie ein Segel nach außen drehen würde (Scapula alata).
Ob die Anlage eines Rucksackverbands tatsächlich zu einer wesentlichen Ruhigstellung des Schlüsselbeins führt, ist allerdings umstritten angesichts der ständigen Schulter- und Atembewegungen und der starken Muskelkräfte, die in diesem Bereich wirken.
Eine operative Einrichtung und Stabilisierung des Schlüsselbeins empfiehlt sich bei stark verschobenen Brüchen mit kosmetisch störender Stufe in der Schlüsselbeinkontur, bei (drohender) Durchspießung der Haut oder bei Verletzung von Blutgefäßen, Nerven oder Lunge. Die stabilisierende Funktion übernehmen meist Platten und Schrauben, alternativ ein elastischer Nagel (Prevot-Nagel), der in die Markhöhle des Knochens eingebracht wird. Bei Brüchen, die an den äußersten Enden des Schlüsselbeins liegen, kommen auch Drahtschlingen zum Einsatz. Nach der Operation darf der Betroffene den Arm rasch bewegen, aber erst nach 8–12 Wochen voll belasten. Dieselbe Schonzeit gilt auch für die konservative Behandlung. Bei Kindern schreitet die Heilung schneller voran. Sobald sie beide Arme nach etwa vier Wochen seitengleich und schmerzfrei bewegen können, ist wieder eine volle Belastung erlaubt.
Komplementärmedizin
Zur Linderung der Schmerzen sowie zur Unterstützung des Heilungsprozesses kommen bei einem Schlüsselbeinbruch als komplementärmedizinische Maßnahmen v.a. Magnettherapie, Homöopathie und Akupunktur infrage.
Weiterführende Informationen
© Gesundheit heute, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH
Kommentare
Dieser Artikel sollte überarbeitet werden. Er scheint sehr auf Kinder ausgerichtet zu sein! Die Abbildungen zeigen keinen Schlüsselbeinbruch sondern eine Schultereckgelenkssprengung TossyIII !! Falls gewünscht kann ich den Artikel mit entsprechenden Literaturangaben als Mitglied der Deutschen Schulter- und Ellenbogen Vereinigung (DVSE) verbessern. MfG Dr. Mark Kettler (www.ortho-m.de)
mkettler am Jan 7, 2009 7:11:22 PMIhre Kritik oder Verbesserungsvorschläge zu diesem Artikel sind uns sehr wichtig!
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