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Häufigkeit: Mäßig häufig In jedem größerem Betrieb, bei Kindern in größeren Schulen findet sich gelegentlich ein Fall. Der zuständige Facharzt sieht mindestens einmal in der Woche einen Erkrankten. Dem entspricht bei chronischen Erkrankungen eine Betroffenheit von >0,4% (1:250) und bei akuten Erkrankungen, dass jeder Hundertste erkrankt.

Beispiele:
Herzfehler – 1% der Kinder werden damit geboren oder die Zahl der Menschen, die sich mindestens einmal im Leben mit Gonorrhoe (Tripper) infizieren.

Gelbsucht

Gelbsucht (Ikterus): Gelbfärbung der Augenlederhaut (Sklerenikterus), der Körperhaut und der Schleimhäute, die durch Ablagerung von Bilirubin, einem Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs, verursacht ist. Die Gelbfärbung ist dann sichtbar, wenn der Bilirubingehalt im Blut auf über 34 Mikromol pro Liter (34 Mµmol/l = 2 mg/dl) angestiegen ist. Normalerweise wird der aus abgestorbenen roten Blutzellen freigesetzte rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) zu wasserunlöslichem Bilirubin umgewandelt, das in der Leber an die Glukuronsäure gebunden und damit wieder wasserlöslich wird und mit der Gallenflüssigkeit in den Darm ausgeschieden werden kann. Ist dieser Vorgang gestört oder fällt übermäßig viel Bilirubin an, sammeln sich größere Mengen von Bilirubin im Körper und sorgen für die Gelbfärbung.

Gelbsucht ist für den Mediziner keine Krankheit, sondern ein Leitsymptom, weil Behandlung und Prognose entscheidend von seiner Ursache abhängen. Entsprechend steht die Ursachenklärung für den Arzt im Mittelpunkt.

Der Arzt unterscheidet drei verschiedene Formen der Gelbsucht, abhängig vom Ort der Ursache, die zur Gelbsucht geführt hat:

Prähepatischer oder hämolytischer Ikterus. Die Ursache befindet sich außerhalb der Leber. Bei einem vermehrten Zerfall von roten Blutkörperchen (Hämolyse) ist auch die gesunde Leber nicht mehr in der Lage, die daraus gebildeten Mengen an Bilirubin weiterzuverarbeiten. So kommt es zu einem Anstieg des wasserunlöslichen Bilirubins im Blut und im Gewebe und damit zur Gelbfärbung.

Intrahepatischer oder hepatozellulärer Ikterus. Die Ursache befindet sich im Lebergewebe. Bei Erkrankungen der Leber und bei Rechtsherzinsuffizienz, die zum Rückstau des Bluts in der Leber führt, können die geschädigten Leberzellen das anfallende Bilirubin nicht bzw. nicht ausreichend abbauen, sodass es sich im Blut und in der Haut sammelt und zur Gelbfärbung führt.

Posthepatischer oder cholestatischer Ikterus (Verschlussikterus). Ursache ist der fehlende Gallenabfluss in den Gallengängen außerhalb der Leber. Verantwortlich dafür können Gallensteine, Tumoren, Parasiten, eine Verengung der Mündungsstelle des Gallengangs (Pankreaspapille) in den Darm oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung sein.

Dr. med. Arne Schäffler, erstellt am Mar 4, 2008, letzte Änderung am Jul 14, 2010
© Gesundheit heute, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH

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